Ab und zu an den Rand führen… „Parallel im Quadrat“ von Wolfgang Sternkopf

Ein Buchtipp von Denise Klein/ Fotos Ralf Nattermann

Nein, wir beginnen diesen Artikel nicht mit den mannigfaltigen Betätigungsfeldern, auf denen sich der Gelsenkirchener Künstler Wolfgang Sternkopf tummelt. Ja, auch die meisten Menschen

dieser Stadt, die sich für Kunst und Kultur interessieren, wissen, dass er umtriebig und fleißig verschiedenste Metiers beackert. Und wir wollen nicht zum x-ten Male wiederholen, dass Wolfgang Sternkopf durchaus in der Lage ist, sich erfolgreich zu ermarkten. Vielmehr richten wir den Blick auf seine neueste Arbeit. Mit dem Bild- und Textband „Parallel im Quadrat“ legt er 31 Arbeiten vor, die, mit Texten versehen, eine Interpretationsfläche bieten,

die nicht im luftleeren Raum schwebt. Nach vielen Jahrzehnten, die sich Wolfgang Sternkopf der Wellenlinie unter der Überschrift „Geordnete Unruhe“ in seiner Arbeit verschrieben hat, schlägt der Künstler nun seit April dieses Jahres einen anderen Weg ein. Die Reliefs, konkrete Gestaltungen aus Holz, Buchbinderkarton und Acrylfarben, die der Band zusammenfasst, sind Zeugnis eines Spannungsspiels zwischen Systematik und freier Kreativität. Durch die korrespondierenden Schriften erwachsen Möglichkeiten für eine Betrachtung der anderen Art. Die meist kräftigen Farben, die der Künstler gewählt hat, erzeugen zum einen Widerspruch, zum anderen Harmonie. So sehr isoliert der einzelne Strich, der einzelne Streifen, so verwoben ist er als Teil des Ganzen. Von der weichen Welle zur harten Linie; Wolfgang Sternkopf wechselt nicht die Seiten, sondern nur die Position, von der aus er auf die Dinge der Welt blickt. Die Wellenlinie wird quasi in gestreckter Form zur Geraden. Eine Weiterentwicklung? „Mit dem guten

Gefühl, dass die neue Idee mich gefunden hat und nicht umgekehrt, ist eine neue ‚Tür‘ ufgegangen, und das Ende der Wegstrecke ist derzeit noch nicht erkennbar“, so Wolfgang Sternkopf in seinem Vorwort zu „Parallel im Quadrat“. Beigestellt sind seinen Arbeiten die Texte von Rolf Binder, Ute Haneke und Ursula Thielemann, die ihre Gedanken zu den Werken und der darauf bezogenen Lyrik in treffend beschreibende Worte gießen. Mit seiner konkreten, beziehungsweise konstruktiven Kunst ist Wolfgang Sternkopf einer der produktivsten Vertreter seiner Zunft. Seiner Kunst stellt er immer einen realen Rahmen, einen Lebensweltbezug zur Seite, so dass in seinen Arbeiten auch eine philosophische Disziplin wirkt. „Ab und zu an den Rand führen, jedoch nicht an den Abgrund, ist die Grundphilosophie dieser Texte“, so Wolfgang Sternkopf.

 

Wolfgang Sternkopf

Parallel im Quadrat

Textbeiträge: Rolf Binder, Ute Haneke, Ursula Thielemann

Gestaltung und Fotografie: Hanno Trebstein

Konzept, Texte, Reliefarbeiten: Wolfgang Sternkopf

Druck H. Buschhausen GmbH

ISBN: 978-3-946030-44-7

16,50 €

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code