Wirtschaft in der Region sieht positiver in die Zukunft

Halten positive Zahlen in Händen: v.l.: Michael Hottinger, Claus Cordt, Peter Schnepper

Befragung von 150 Unternehmen im Emscher-Lippe-Raum

von Denise Klein

„Langsam, aber sicher geht es wieder bergauf. Nicht rasant, aber stetig“, meint Peter Schnepper, Leiter des IHK-Standorts Emscher-Lippe. Seit mittlerweile rund zehn Jahren wird der Emscher-Lippe-Index (ELIX) im Kreis Recklinghausen, Gelsenkirchen und Bottrop ermittelt.

Das Konjunktur- und Stimmungsbarometer, das zweimal jährlich durch die IHK und die Sparkassen Vermögensmanagement Gelsenkirchen GmbH (SVM) direkt in hier ansässigen Unternehmen abgefragt wird, zeigt erstmalig seit sechs Jahren wieder einen Trend nach oben – mit nunmehr 116 Punkten. Einer der Gründe für den Optimismus mag die gestiegene Binnenkonjunktur sein. Derzeit gibt es kaum noch Zinsen auf Gespartes, weshalb mehr Geld in den Konsum fließt. Hier erwarten 94% der befragten Unternehmen, dass dies künftig so bleibt, sich vielleicht sogar noch steigern wird. Besonders die Baubranche profitiert von dieser Entwicklung. „Bisher hinkte die Emscher-Lippe-Region den deutschlandweiten Entwicklungen immer hinterher. Wir können aber in letzter Zeit erkennen, dass hier die Region aufholt. Das liegt sicher auch daran, dass sich die Branchenstruktur erweitert hat“, erläutert SVM-Geschäftsführer Claus Cordt.

Aber das gute Konsumverhalten ist die eine Seite. Sorgen macht den hiesigen Unternehmen nach wie vor der Mangel an Fachkräften. Besonders in Sachen Auszubildende sieht Peter Schnepper weiterhin Handlungsbedarf:„Wir haben hier eine Unterdeckung, also mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Das liegt auch daran, dass viele der jungen Menschen nicht ausbildungswillig- oder -fähig sind. Vielen fehlt auch der Antrieb, für einen Ausbildungsplatz zu pendeln.“
Auch hohe Arbeitskosten sowie die Lage auf dem Weltmarkt machen sich bemerkbar. Unsicherheitsfaktoren wie die Entwicklung in der Türkei oder den USA oder die immer noch aufrechterhaltenen Sanktionen gegen Russland haben die Erwartungen gemindert.
„Aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld empfängt die heimische Wirtschaft nach wie vor keine konjunkturellen Impulse“, so Michael Hottinger, stellvertretender SVM-Geschäftsführer.

Letztlich aber verliert sich der eher pessimistische Unternehmerblick auf die Zukunft, der bisher für die Emscher-Lippe-Region typisch war, denn neun von zehn Unternehmen erwarten keine Einbrüche bei den Umsätzen, 18% erwarten sogar eine Konjunkturzunahme. Es herrscht also gute Stimmung bei einem moderatem Aufwärtstrend.

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