Akte Akyol – Demontage eines Ratsmitglieds

Ein Kommentar von Denise Klein

Ali-Riza Akyol ist in letzter Zeit ordentlich in die Mangel genommen worden. Das WiN-Ratsmitglied ist mit seinen Anfragen im Rat äußerst umtriebig, was nicht jedem im Rat gefällt. Mit seiner Akteneinsicht zum Thema Flohmarkt, den anschließenden Anfragen und der Veröffentlichung des Themas in der Presse hat Akyol nicht nur Stadtrelevantes in die Öffentlichkeit gebracht, was im Übrigen auch sein „Job“ und Wählerauftrag als Ratsmitglied ist, sondern sich damit zur Projektionsfläche von Verschwörungstheorien, deren Beweis bisher schuldig geblieben ist, gemacht.

Wer sich den Spaß gönnt, den Ratssitzungen im öffentlichen Teil beizuwohnen, kann sich nur wundern, dass die sonst so schweigsamen SPD-Ratsherren und -frauen zum konzertierten, kollektiven, demonstrativen Aufstöhnen, wenn Akyol reden möchte, dann doch in der Lage sind. Das sonstige synchrone Kopfnicken zu SPD-Beiträgen haben die Ratsmitglieder fast perfektioniert. Von der Tribüne aus gesehen hat das manchmal einen sehr unterhaltsamen Effekt. Wie beim Wasserballett.

Aber leider hat das Einschießen auf den WiN-Mann etwas Betrübliches. Findet ein Bashing öffentlich und missbräuchlich statt, scheinen sich Mehrheitspolitik und Verwaltung keinen Deut mehr darum zu scheren, wie das nach Außen wirkt. Man sitzt fest im Sattel. Es sieht ja eh keiner der Bürgerinnen und Bürger, Wählerinnen und Wähler zu, und die Monopolpresse scheint sich nicht mehr als vierte Gewalt zu sehen, die eben den Großen und Mächtigen auf´s Händchen zu schauen hat. Stattdessen ackert sie sich lieber, im general agreement, an den Außenseitern ab.

Leider wird das Thema Flohmarkt weiterhin nicht im öffentlichen Teil der Sitzungen behandelt, sondern unter Ausschluss des Souveräns. Die Frage bleibt, warum? Lieber wird Ali Akyol ein Eigeninteresse unterstellt, er und sein Bruder seien selbst jahrelang als Händler auf dem Markt tätig gewesen, nun wolle man Konkurrenz ausschalten. Auch hier fehlt der Beweis. Aber es bleibt ja immer ein bisschen Dreck hängen. Auch an den Händen der Schmutzwerfer.

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