Faszination der Berge – Aktuelle Ausstellung im Gasometer Oberhausen

„Der Berg ruft“ entführt noch bis 30. Dezember auf die Gipfel der Erde

von Denise Klein

Auch wir Menschen im Ruhrgebiet erklimmen gerne luftige Höhen. Zumindest unsere hiesigen Halden erfreuen sich schon immer großer Beliebtheit. Doch mit den Höhenmetern ist es hier ja nicht so weit her. Da muss man schon weiter reisen, zumindest ein bisschen die A42 entlang.

Die aktuelle Ausstellung im Gasometer Oberhausen zeigt mit der Ausstellung „Der Berg ruft“ die Faszination der Bergwelt. Angezogen von den herrlichen Panoramen reisen jedes Jahr hunderttausende Menschen in die Berge. Auch wenn schon viele Wanderwege bestens bereitet sind, erfahren Wanderer immer wieder, wie klein wir Menschen eigentlich sind. Und ein wenig erfasst uns Gruseln, vielmehr noch aber der Respekt vor diesen unglaublich gewaltigen Größen mit ihren schwer einschätzbaren Wetterumschwüngen. In faszinierenden Bildern und Filmen zeigt die Ausstellung unter anderem die Erstbesteigungen der gefährlichsten Berge der Erde, erklärt, warum viele Berge Orte religiöser Verehrung sind und als Sitz der Götter vieler Völker angesehen werden. Ob der Uluru, hier besser bekannt als Ayers Rock in Australien, der von den Aborigines als heiliger Berg verehrt wird, oder der Kailash in Tibet, der für Buddhisten und Hinduisten mit zu den heiligsten Orten generell zählt und der deshalb von niemandem bestiegen werden darf.

170Fotos verschiedenster Fotografinnen und Fotografen zeigen im Erdgeschoss des Gasometer die Welt von ihren verschiedensten Seiten, denn selbst wenn Berge nur aus Stein sind: Pflanzen, Tiere, und nicht zu vergessen der Mensch gestalten auch diese extremen Landschaften, an denen letztere auch heute noch immer wieder scheitern. Wie am Matterhorn, das zu den gefährlichsten Bergen gehört. Es wurde am häufigsten bestiegen, und es hält den traurigen Rekord an verunglückten Bergsteigern. In der 200-jährigen alpinen Bergsteiggeschichte verloren dort mehr als 500 Menschen ihr Leben.

Doch was reizt den Menschen, sich an solch einem Bergmassiv zu versuchen? Es ist der romantische Traum, Naturgewalten zu bezwingen, sich am Berg zu messen, als sei er ein Gegner, der durch Intelligenz und ordentliche Vorbereitung zu besiegen wäre. Doch die Zeiten von Edmund Hillary und Tenzing Norgay, die am 29. Mai 1953 als allererste den Gipfel des Mount Everest bestiegen, sind längst vorbei. Mittlerweile herrscht dort ein wahrer Massentourismus, den die Ausstellung durchaus kritisch betrachtet. Heute ist der Mount Everest auf 18 Routen von über 4.000 Bergsteigern bestiegen worden. Wer fit und gutbetucht ist – 10.000 Dollar an den nepalesischen Staat kostet allein die Besteigungslizenz –, kann sich ein professionelles Team von Sherpas und Ärzten buchen, die die präparierten Pisten begleiten. So kann es schon mal zu einem recht unromantischen Stau an Bergsteigern kommen, wie das Foto aus dem Jahr 2009 zeigt.

Die laut den Kuratoren wohl aufwändigste Ausstellung seit Beginn der neuen Bestimmung des Gasometers nimmt uns mit in die Jahrmillionen alte Geschichte der Entstehung der gewaltigen Bergmassive, die sich permanent weiter verändern und unserer Erde immer wieder ein neues Gesicht geben. In diesen meist unwirtlichen Gegenden entwickelten sich Pflanzen und Tiere, die schiere Überlebenskünstler zu sein scheinen. Steinböcke in scheinbar todesmutiger Klettermission, Steinadler auf Beutejagd, Murmeltiere in Habachtstellung; man sollte schon ein bisschen Zeit für den Besuch einrechnen, um sich allem wirklich widmen zu können.

Höhepunkt der Ausstellung ist sicherlich die multimediale Matterhorn-Skulptur im 100 m hohen Luftraum des Gasometers. Das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrt hat eigens für diese Ausstellung den Berg mit dem Flugzeug penibel vermessen. Das Matterhorn hängt über Kopf, spiegelt sich auf einer großen Bodenfläche und zeigt den Wandel der Tages- und Jahreszeiten, erschlossene Wanderrouten oder Sonnenilluminationen in bewegten Bildern, die auf die Skulptur projiziert werden. Auf großem Sitzsäcken können sich die Besucherinnen und Besucher jede Erhebung, jede Spalte, Licht- und Schattenspiele des Berges ansehen. Untermalt von musikalischen, sphärischen Klängen kann man so ein wenig innehalten und sich in die Höhen des Matterhorngipfels mitnehmen lassen, den wohl nur die wenigsten von uns einmal live sehen werden.

Wir verlosen drei Familienkarten!

Um teilzunehmen, beantworten Sie uns einfach diese Frage:
Warum wird der Mount Everest auch als „Dach der Welt“ bezeichnet?

Senden Sie Ihre Lösung bis zum 18. November 2018
per E-Mail an: gewinnspiel@isso-online.de
oder per Post an: isso. Verlag, Haldenstraße 80, 45881 Gelsenkirchen

Die Gewinner werden per E-Mail oder telefonisch benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Mitglieder der isso.-Redaktion oder der Gasometer Oberhausen GmbH und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen. Ätsch!

 

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