Vom 20. – 29. Mai wird der Dornröschenschlaf kunstvoll beendet

Streetart-Festival RUbug auf der Zeche Westerholt

2008 schloss die Zeche Westerholt endgültig ihre Pforten. Die letzten Mitarbeiter der Zeche förderten am 19. Dezember den letzten Wagen Kohle, die Sekretärinnen schlossen das Büro ab, die Kantine ließ die Rollläden der Ausgabe ein letztes Mal herunter; dann gingen die Lichter endgültig aus. Und für die Städte Gelsenkirchen und Herten war mit dieser letzten noch aktiven Zeche im Stadtgebiet die Ära des Bergbaus Geschichte. Inzwischen ist das Areal von Vandalismus, Verfall und zurückkehrender Natur geprägt.

Seit dem Jahr 2015 gibt es einen Masterplan, wie das Gelände weiterentwickelt werden soll. Die Entwicklungsgesellschaft Neue Zeche Westerholt mbH sucht nun Investoren für die Bereiche Gewerbe, Dienstleistungen, Forschung und Bildung, freizeitwirtschaftliche Aktivitäten und Wohnen. Doch bis man zu ende entwickelt hat, vergehen Jahre. Zeit genug, das Areal mit einem Festival für urbane Künste zu bespielen: die RUbug.

Nach nunmehr 14 Jahren soll wieder Neues entstehen und das brachliegende Gelände– zumindest temporär – mit Kunst und Kultur der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Vom 20. bis 29. Mai 2022 bespielt das RUbug – Festival für urbane Kunst Freiflächen, Industriehallen und Werksgebäude. Der Charme der Symbiose aus Industriekultur, Heimatkunde, Kunst und auch Nostalgie zeigt einen Weg von Umnutzung, die wohl eher das Herz des Ruhrgebietsmenschen erreichen wird als Systemgastro und Loftwohnungen.
„Es ist enorm, wie viele freiwillige Helfer sich gefunden haben, hier mit anzupacken, zu planen, zu schweißen, zu schleppen und ihre Freizeit in das Projekt zu investieren“, schwärmt Kathi Schmidt, die selbst neben ihrem Vollzeitjob als Lehrerin mit ihrer Aufgabe als Festival-Projektleitung all ihre Zeit in die RUbug investiert. Sie ist überzeugt, dass die Verquickung von Kunst und traditionellen urbanen Räumen eine Menge Menschen ansprechen wird.

Mehr als 60 internationale Künstlerinnen und Künstler verwandeln die Zeche Westerholt in ein Museum, das Geschichte, Kunst und Architektur verbindet. Was sich wie ein Werbeslogan anhört, wird beim Gang über das Gelände, durch die Waschkaue oder das ehemalige Lohnbüro mit Leben gefüllt, und es ist vielmehr ein Konglomerat aus Zeitreise, Rückbesinnung und Analogie. Denn das Projekt ist keine Reißbrettgeburt, die amtlich definiertes Leben in die Bude bringen will. Veranstalter des unkommerziellen Festivals ist der gemeinnützige dersalon.ruhr e.V., der für das Projekt eng mit dem Team des in der Kunstszene renommierten ibug-Festivals zusammenarbeitet. Der Verein aus Leipzig begleitet die RUbug mit Material, 15-jähriger Erfahrung und einem beachtlichen Künstlernetzwerk.


Die angereisten Urban Artists aus zehn Ländern werden auf Westerholt Rauminstallationen, Collagen, Malereien, Projektionen und Multimedia-Arbeiten schaffen. Unter ihnen ist die Graffiti-Legende Loomit aus München und – sofern es das Kriegsgeschehen zulässt – der Maler Dima Fatum aus Kiew.
Natürlich soll es auch um Bergbau gehen. Viele der Künstlerinnen und Künstler haben sich bereits mit der reichhaltigen Industriegeschichte Westerholts auseinandergesetzt. Sie haben sich Videos von Menschen angesehen, die früher auf der Zeche gearbeitet haben oder historische Zeitungsberichte gelesen. Man darf gespannt sein, ob und wie das bergbauliche Erbe künstlerisch aufgegriffen wird.

 

RUbug Festival für urbane Kunst

20. bis 22. Mai & 26. bis 29. Mai 2022,
10 bis 22 Uhr

Zeche Westerholt
Egonstraße 12, 45896 GE-Hassel
Eintritt: 14 €, erm. 9,50 €

Tickets: www.rubug.de/tickets
Kontakt: info@rubug.de

https://www.facebook.com/Ruhrbergwerksumgestaltung/

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