Bunte Freunde mit Weckfunktion! Über Wellensittiche

von Denise Klein

Piep, piep, zwitscher, zwitscher. Geht es Wellensittichen gut, teilen sie es dir am laufenden Band mit. Das fröhliche Tirilieren der hübschen kleinen Papageien, das sind Wellensittiche nämlich, macht richtig gute Laune. Ein eigenes Haustier zu haben, wünscht sich eigentlich jedes Kind. Ganz oben auf der Liste stehen sicherlich der Hund oder die Katze. Aber viele Eltern wollen aus verschiedenen Gründen nicht. Egal, wie sehr man bittet und bettelt, immer kommen die selben Antworten. Und wer kümmert sich um das Tier? Dann muss ich abends Gassi gehen. Die machen so viel Dreck. Das sind alles Argumente, die im Grunde genommen stimmen. Auch gibt es heute so manchen, der allergisch auf die Haare reagiert. Für viele Eltern ist daher die Anschaffung eines Vogels ein guter Weg, ihrem Kind dennoch das Großwerden mit einem Haustier zu ermöglichen. Denn die bunten Vögel sind lustige Gesellen. Der Wellensittich ist ein sehr intelligentes Tier, denn er lernt schnell. Nicht umsonst leben in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 10 Millionen Wellensittiche mit Menschen zusammen.

Liebevoll wird der Vogel Welli genannt und ist als Clown der Lüfte bekannt. Zwar ist er als Fluchttier scheu, doch kümmert man sich gut um ihn, überwindet der Vogel seinen Argwohn schnell. Viele Experten befürworten übrigens, dass Kinder Wellensittiche als Haustier halten, denn so lernt ihr, auf die Bedürfnisse eines anderen Lebewesens zu achten und Verantwortung zu übernehmen. Und die Pflicht des regelmäßigen Saubermachens macht auch gleich viel mehr Spaß, wenn man weiß, für wen man das macht. Und wenn man sich mit den Wellensittichen richtig gut auskennt, kann man zu seinen Tieren eine feste Freundschaft aufbauen. Tiere? Mehrzahl? Reicht denn nicht ein Vogel aus?   Auf keinen Fall. Wie bei vielen kleinen Nagetieren sollen auch Wellensittiche mindestens mit einem Artgenossen zusammenleben. In der freien Natur sind sie nämlich Schwarmvögel. Also ganz viele zusammen. Es gibt Menschen, die meinen, wenn sie ihren Wellensittich alleine halten, würden die Tiere so eine engere Bindung zu ihnen aufbauen, zahmer sein und vielleicht richtig sprechen lernen. Aber eigentlich ist das sehr egoistisch gedacht, denn was bleibt einem gelangweilten Wellensittich schon anderes übrig, als dann mit dem Menschen etwas Abwechslung in den Alltag zu bringen? Toll findet der einsame Vogel das bestimmt nicht. Abwechslung ist für die quirligen Flatterer sowieso absolut wichtig. Sie spielen gerne, wollen ihr Futter nicht immer nur am selben Ort gereicht bekommen, sondern lieber im Freiflug auf Nahrungssuche gehen. Vielleicht steht der Futtertopf ja diesmal im Regal? Man darf den Wellensittichen das Fliegen in der Wohnung nämlich nicht verbieten, sie brauchen das, sonst wären sie ja nicht mit Flügeln ausgestattet. Dafür muss die Käfigtür am besten immer offen sein, nur wenn man die Fenster offen hat oder wenn es für Wellis gefährlich wird, müssen sie im Käfig bleiben. Gefahrenstellen sind zum Beispiel die heiße Pfanne in der Küche, ein Glas Wasser, in das sie fallen und ertrinken können. oder das eingeschaltete Bügeleisen. Das sollte man alles im Blick haben, wenn man die Käfigtür öffnet.

Der Melopsittacus undulatus, wie der Wellensittich in der Fachsprache genannt wird, kann bis zu 12 Jahre alt werden. In seiner eigentlichen Heimat Australien lebt er in großen Schwärmen, da er sich so besser vor den Raubvögeln schützen kann, die ihn auf ihrem Speiseplan stehen haben. Denn der Jäger kann sich schlechter auf ein einzelnes Beutetier fixieren, wenn hundert Wellensittiche aufgeregt umherfliegen. Die Ur-Wellensittiche in Australien sind alle grün. Durch Züchtung, also das bewusste Eingreifen in die Vermehrung der Tiere durch den Menschen, gibt es heute ganz verschiedenfarbige Prachtexemplare. Blau, gelb, grün, türkis; sie sind einfach schön anzusehen. Sauber sind die übrigens auch, denn sie stecken viel Zeit in die Gefiederpflege und lieben das tägliche Bad in der flachen Wasserschüssel. Da drehen die kleinen geflügelten Freunde richtig auf.  Und das freudige Zwitschern kann ungeahnte Lautstärke erreichen und ist richtig ansteckend. Sobald es hell wird, fangen sie an. Einen schöneren Wecker kann es wohl nicht geben. Piep, piep.

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