Tönendes Gelsenkirchen

Flashmobs als Proben für die Tönende Stadt

von Alexander Welp

Musik soll zusammenbringen, verbinden und für Freude bei allen Beteiligten sorgen – das ist die Idee von
Pianist Michael Gees für das Projekt die Tönende Stadt. Man kann es sich ungefähr so vorstellen:

Es ist ein Abend im Spätsommer, der 10. September 2022, das Wetter, wie um die Jahreszeit auch hierzulande inzwischen üblich, mediterran. Das Tageslicht ist fast vergangen, da ertönt in der Arminstraße 5 in der Gelsenkirchener Innenstadt im ersten Stock leiser Gesang, gleich darauf auch aus dem Nachbarhaus. Kinder und Jugendliche packen ihre Instrumente aus und zupfen, flöten oder geigen dazu, als hätten sie nie etwas Anderes getan. Die Caféhaus-Musikkonserve ist gar nicht mehr zu hören. Andere formen auf Alltagsgegenständen (z.B. auf Gläsern, Tischen, …) leise pulsierende Rhythmen – die ganze Straße singt und klingt. Niemand singt oder spielt laut, niemand ist verstärkt. Immer muss man ein bisschen lauschen, wenn man alles mitbekommen will. Auch Dächer, Fenster und Kirchtürme sind jetzt, bei einbrechender Dunkelheit, zunehmend sichtbar mit (Blech-) Bläser*innen besetzt. Sie alle sind, teils in mildes Scheinwerferlicht getaucht, ruhig und ohne Eitelkeit damit beschäftigt, die Stadt in das meditative Klanggewebe einer stillen Musik zu tauchen. Niemand spricht: es klingt zu schön, überall, in der ganzen Stadt.

Damit es am 10. September in unserer Stadt wirklich so schön klingen wird, benötigt Michael Gees natürlich noch begeisterte Musiker*innen, die Lust auf dieses Projekt haben. Als Proben sollen musikalische Flashmobs im Freien dienen, bei denen sich mindestens zwei verschiedene, solistisch spielende Musiker*innen oder Ensembles in naher Zukunft in verschiedenen Stadtteilen Gelsenkirchens treffen, um im Wechsel ihre Stücke zu spielen. Als Tonarten vorgegeben sind G-Dur sowie e-Moll. Diese Flashmobs werden zudem von Michael Gees und/oder Michael Em Walter als Komponisten begleitet.

Die Tönende Stadt soll ein lernendes Projekt sein. Vieles ergibt sich erst aus der Begegnung mit den Musiker*innen und aus den akustischen Gegebenheiten der bespielbaren Orte. Aus diesem Grund bietet Gees außerdem an, Proben von interessierten Chören, Ensembles und Soli-Musiker*innen zu besuchen, um das Projekt persönlich vorzustellen.

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