Viele Teilnehmerinnen des Projekts und ihre Kinder sind zur Filmpremiere im stadt.bau.raum gekommen

Frauen-Power

Anfang Dezember flimmerte die Filmpremiere zu „Frauen stark GEmacht“ im stadt.bau.raum über die Leinwand. Die 34-minütige Präsentation bedeutete das Finale und gleichzeitig auch das Ende der zweijährigen Projektarbeit von Melahat Tonyali und Özlem Schröder.

Als Vorsitzende des seit 2009 bestehenden Vereins „Eltern für Eltern – Brücke e.V.“ hatten Melahat Tonyali und Özlem Schröder bereits in der Vergangenheit kleinere Projekte umsetzen können. Mit der Zusage vom NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration realisierten sie mit dem Projekt „Frauen stark GEmacht“ ihr bisher größtes Vorhaben. Mit einer Förderung von 30.000 Euro starteten sie motiviert in das Jahr 2020. 

Mit Themenschwerpunkten wie „Selbstwertgefühl und Selbstschutz“, „Empowerment“ und „Frauen mit Gewalterfahrungen“ sollten jeweils 15 Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in vier Stadtteilen unterrichtet werden. 

Durchhalten

Durch Corona bekamen auch sie natürlich einen Dämpfer. Die anfängliche Aufbruchstimmung wurde zunächst ausgebremst und das Projekt geriet ins Stocken. 

Mit viel Entschlossenheit und Durchhaltevermögen haben sie die Herausforderungen der letzten zwei Jahre gemeistert. Für einige der entstandenen Hürden durch Kontaktbeschränkungen oder neue Anforderungen für Räumlichkeiten ergaben sich kurzfristige Lösungen und erfreuliche Hilfsangebote wurden dankend angenommen. 62 Frauen nahmen an Dozentenvorträgen, Workshops, Exkursionen und dem Frauencafé teil.

Gemeinsam stark

Einer der wichtigsten Schlüssel zum Erfolg war das Angebot der Kinderbetreuung. Einigen Frauen war es so überhaupt erst möglich an dem Programm teilzunehmen. Während der Workshops, Vorträge oder dem Sportprogramm konnten die Frauen sich darauf verlassen, dass ihre Kinder gut aufgehoben waren und hatten die Möglichkeit sich einfach mal nur auf sich selbst zu konzentrieren. 

Ebenfalls als Erfolg verbucht Özlem Schröder auch die kontinuierliche Teilnahme. Die Frauen sind über zwei Jahre immer wiedergekommen. So konnte sich eine Community entwickeln mit fast schon familiären Zügen. „Das war auch der heimliche Plan: Ein Netzwerk zu schaffen“, erzählt sie mit einem Lachen. 

Wichtig war hier auch die Basis der Kommunikation. Es wurde fortwährend Spracharbeit geleistet. So fanden über verschiedene Muttersprachen, Nationalitäten und Religion hinweg neue Freundschaften ihren Weg mit einer gemeinsamen Sprache.

Der ganzheitliche Ansatz, der in dem Projekt verfolgt wurde, unterstützte die Frauen darin für ein paar Stunden in der Woche dem Alltag zu entfliehen, um die Gelegenheit zu haben sich selbst zu finden und sich gesellschaftlich zu positionieren.

Zur Filmpremiere waren auch die Ergebnisse aus den Kreativ-Workshops zu sehen. Manch eine entdeckte darüber ihr künsterlisches Talent oder fand einen Weg sich und ihre Gefühle auszudrücken. 

Ausstrahlung

Zur Premiere gibt es viele dankende Worte von den beiden Initiatorinnen. Sie stellen Filmemacher Serhat Can Alim vor und bedanken sich bei den vielen Helferinnen und Helfern. Mit einem Einspieler zum Weltfrauentag 2021 wird das gespannte Publikum auf das Kernthema eingeschworen: Warum ich stark bin. 

Eindrucksvoll reihen sich die Statements der Frauen auf der Leinwand aneinander. Viele Gesichter erkennt man unter den Anwesenden im Saal wieder. 

„Ich bin eine starke Frau. Ich brauche keinen Mann. Ich mache alles alleine“ spricht Hanife, 71 Jahre alt, fest in die Kamera.

Auch Melahat und Sheila steuern starke Aussagen bei: „Ich fühle mich stark, weil ich zwei starke Mädchen großgezogen habe“ und „Ich bin stark, weil ich tue, was mich glücklich macht“. 

Der Hauptprogrammpunkt, auf den alle warten, beginnt mit einer musikalischen Einlage des 19-jährigen Musikers Adar Karakurt. Von ihm stammt auch die Musik im Film. Die 34-minütige Dokumentation wird gebannt von allen Anwesenden mitverfolgt. Die Stimmung im Saal ist emotional aufgeladen. Am Ende des Films ist eine traurige Freude zu spüren. Es gibt langen Beifall. Hier und da liegt man sich in den Armen, Tränen glitzern in Augenwinkeln. Und es wird gefeiert. 

Zukunftswünsche

Özlem Schröder und Malahat Tonyali sind überzeugt, dass es eine dauerhafte Förderung für ein anschließendes Projekt geben sollte. Die Erfahrungen und die tollen Ergebnisse und Feedbacks der Teilnehmerinnen haben sie stark beeindruckt. Gerne möchten sie den Film auf städtischer Ebene präsentieren und hoffen dadurch auf offene Ohren und Ideen für ihr Anliegen zu stoßen.

Bei Interesse gibt es diese beiden Kontaktmöglichkeiten, um den Film zu erhalten: serhatcanalimfilm@gmail.com und efebruecke@gmx.de.

+ posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert