Keine guten Nachrichten für Ückendorfer Pferdesportler

Reitverein ETuS Gelsenkirchen 1996 unterliegt im Bieterverfahren

700.000 € hatte der Reitverein ETuS Gelsenkirchen 1996 beim Bieterverfahren der Bundeseisenbahnbahnvermögen (BEV) in den Ring geworfen, um das Reitgelände an der Dessauer Straße in Ückendorf zu erwerben.

„Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir die Immobilie einem Kaufbewerber mit einem höheren Gebot zum Kauf angeboten haben“, heißt es im Schreiben des BEV, das der Vereinsvorsitzenden Monika Patryas am 19. Mai 22 zugestellt wurde. „Leider wurde mir nicht gesagt, wer der Höchstbietende ist. Das interessiert uns natürlich, denn das wird unser künftiger Vermieter“, zeigt sich Patryas enttäuscht von dem Ausgang des Verfahrens. Gerechnet hatte sie damit trotzdem. Sie geht davon aus, dass der Gelsenkirchener Unternehmer Erhan Baz den Zuschlag bekommen hat. Baz, Gründer des Mr.-Chicken-Schnellrestaurants und Besitzer des Frischemarktes in unmittelbarer Nähe zum Reiterhof, hatte sich schnell ins Spiel gebracht. Er stellte schon vor Monaten eine Bauvoranfrage bei der Stadt für den Bau einer Verpackungsanlage auf dem Gelände. Für einen Betrieb ist das 18.000 qm große Grundstück mit direkter Autobahnanbindung äußerst attraktiv.

Bisher teilten sich der Fußballclub ETuS Gelsenkirchen  1934 e.V. und die Reiter das Gelände. Die Fußballer bekamen 2020 von Gelsensport das Angebot, ihr 15.000 qm großes Grundstück für einen Umzug ins Südstadion aufzugeben. Auch die Wirtschaftsförderung war in den Prozess involviert, was angesichts eines rein sportlichen Sujets vielen Kritikern aus Zivilgesellschaft und Politik aufstieß, die von gezielter Intervention im Sinne eines Zuführens des Geländes an eben jenen Erhan Baz sprachen. Wenn es einen Plan gegeben haben sollte, scheint dieser nun aufgegangen zu sein. Der kleine Verein ist nun auf sehr viel Gutwillen seitens des künftigen Vermieters angewiesen. So gehen die Zufahrten zur Anlieferung über das ehemals Fußballerterritorium. Für den ETus1996 eine sehr bedrückende Aussicht. „Wir wollten uns eigentlich erweitern, mehr Luft für die Pferde, die Arbeit und die Menschen hier im Stadtteil bekommen“, so Monika Patryas. Doch mit weiterer Bebauung ist keinerlei Spielraum mehr da. 

Die in den letzten Monaten aktiv gewordenen Anwohner befürchten nun noch mehr Verkehr, Lärm und Dreck. Die Ratsopposition hatte sich verstärkt für den Verein stark gemacht, doch die Appelle verhallten. Man verwies auf die BEV, die letztlich zu entscheiden hätte.  Wie es für den kleinen Verein als Mieter weitergeht, wird nur vermutet: „Wir haben einen Mietvertrag, der jährlich kündbar ist.“

 

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