Big brother is watching you

Gänsehaut-Feeling bei der Premiere von „neunzehnvierundachtzig“ Was würde George Orwell wohl sagen, wenn man ihn per Zeitreise aus dem Jahr 1949 in die Gegenwart katapultieren würde? Eine Zeit, geprägt durch Megakonzerne wie Google, Huawei, BlackRock und Apple. Eine Zeit, in der Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten ist und in China bis 2020 ein Social-Credit-System eingeführt werden soll. In seinem Science-Fiction Klassiker „1984“ beschreibt Orwell … Big brother is watching you weiterlesen

Alte Musik verschafft neue Hörerfahrungen

„Musik erzählt…“ im Kulturraum „die flora“ Worin besteht historische Aufführungspraxis? – In der Rückbesinnung auf alte, teils seit langem aus der uns heute vertrauten Standardbesetzung der Klassischen Musik verschwundene Instrumente, auf ihre Färbung und Stimmung auf einen Kammerton, der vom heute üblichen (440 Hz) durchaus abweichen darf, schließlich auf historische sprachliche Artikulierung und, ja, auch im Nachempfinden überlieferter Darbietungsformen – mit welchen Gesten unterstrich etwa … Alte Musik verschafft neue Hörerfahrungen weiterlesen

Für Fehler und Schrift haftet der Stift

Im Gespräch mit der Dichterin Katharina Kleinekemper Ein Interview von Alexander Welp Lyrik – Verse in Reimform, kunstvolle Verwendung des gesprochenen Wortes und das Spiel mit der Sprache. Die dritte literarische Gattung, neben Epik und Dramatik, war schon immer ein Medium, welches mich begeisterte. Während meiner Schulzeit allerdings weniger. Die trockenen Analysen, die verzweifelte Suche nach Jambus, Trochäus, Daktylus und Anapäst und die verflixten Reimschemata … Für Fehler und Schrift haftet der Stift weiterlesen

Selbstzerstörerisches Familiendrama

Eine Rezension von Alexander Welp   Couragierte Inszenierung von Henrik Ibsens Gespenstern   Lügen, Verrat und menschliche Abgründe – mit seinem Werk hält Ibsen einer verrohten Gesellschaft den Spiegel vor und kritisiert längst überholte Konventionen. Brutal und schonungslos ehrlich beschreibt das Stück den tragischen Zerfall einer Familie. Unter der Leitung von Simone Thoma inszeniert das Theater an der Ruhr in Mülheim eine Adaption des Stoffes, … Selbstzerstörerisches Familiendrama weiterlesen

Die Tragödie einer Entwürdigung

Eine Rezension von Alexander Welp   Der Tod in Venedig als zündender Bühnenstoff   Vor über einhundert Jahren erschien die zweifelsohne düstere, bedeutungsschwangere und provozierende Erzählung von Thomas Mann – das Werk gilt bis heute als eines der großen Meisterwerke des Autors. Im Gegensatz zu den meisten anderen seiner Arbeiten fehlt der bedrückenden Novelle allerdings vollkommen das humoristische Element. Das Off-Theater Rottstraße 5 in Bochum … Die Tragödie einer Entwürdigung weiterlesen

„BAUM GÜRTEL“

Looking up… Der kanadischen Künstlerin Nancy E. Watt liegt die Umwelt am Herzen und in welcher Beziehung der Mensch zu ihr steht. Kannte man sie bisher vor allem durch ihre klein- bis großformatigen tachistischen Malereien und Grafiken hat sie nun, aus Anlass ihres Eintrittes in den Bund Gelsenkirchener Künstler (BGK) und der Ausstellung „Die Neuen“, erstmals eine Arbeit für den öffentlichen Raum gestaltet. An der … „BAUM GÜRTEL“ weiterlesen

Der Mensch als Todsünde

Das Musiktheater inszeniert „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ Eine Rezension von Alexander Welp   „Wir brauchen keinen Hurrikan, wir brauchen keinen Taifun. Denn was er an Schrecken tun kann, das können wir selber tun.“ – Bertolt Brechts und Kurt Weills Oper führte bereits bei ihrer Uraufführung im Jahr 1930 zu einem der größten Theaterskandale der Weimarer Republik: Zu düster, zu gesellschaftskritisch und letztlich als … Der Mensch als Todsünde weiterlesen